Der Aufbau:

Die Bauweise des Graal ist eine Synthese verschiedener moderner Bautechniken. Es wird Holz, Sperrholz, Karbonfiber und Expoxyharz verwendet. Die Wahl der Materialien wurde durch das Prinzip "leichter und billiger" bestimmt.

Holz ist das historische Material der Flugzeugbauer. Es wurde in den 70er Jahren von der Kunststoffbauweise abgelöst. Diese Ablösung wurde vielleicht mehr durch das Ziel einer höheren Produktivität als durch Materialuntersuchungen durchgeführt. Wenn man allerdings die Leistungen des Materials mit ihrer Dichte vergleicht, kann man sehen, daß es für einen Balken (z.B. einen Flächenholm) ein lineares Ergebnis gibt.

Material Densité Rr (MPa) E (GPa) Rr.d-1 E.d-1 Rr.d-2 E.d-3
Fichte 0,45 70 10 160 22 350 110
Glasfiber/Epoxy 2 1100 40 550 20 280 5
Karbonfiber/Epoxy 1,5 1300 135 870 89 580 40

Das zeigt, daß ein Holm fester ist, wenn er aus Glasfiber/Epoxy hergestellt wird und das gilt um so mehr für Karbonfiber/Epoxy. Für eine dünne Haut bleibt Holz das beste Material für die relative Steifigkeit und das zweitbeste hinter Karbonfiber für die Festigkeit. Außerdem muß eine Karbonfiberbeplankung mit dem gleichen Gewicht sehr dünn sein und das erzeugt Konstruktions- und Wartungsprobleme.
Bei modernen Kunstdtoffliegern ist das Gewicht kein Problem, es ergibt mehr Geschwindigkeit und einige Gleitzahlpunkte (die Reynoldszahl ist höher) . Aber man sollte immer daran denken, daß man für das Gewicht bezahlt und der Preis ist hoch, wenn man von Kohlefaser spricht.
Graal verwendet Kohlefaser sparsam, dort wo es gebraucht wird, bei Holm, Fahrwerk, Steuerung, Rumpfgerüst. Die geringe Höhe der modernen Profile verlangt nach high-tech Materialien. Obwohl der Graal sehr leicht ist, wäre der Holm als Holzkonstruktion nicht realisierbar.

Nichts desto trotz bleibt Holz das Basismaterial des Graal., aber mit Hilfe einer Methode, die vom Bootsbau stammt (West System von den Brüdern Gougeon). Epoxy Harz wird sowohl als Kleber wie auch als schützender Überzug benutzt. Geschützt durch diesen Überzug behält das Holz seine optimalen Eigenschaften und ist vor Feuchtigkeit geschützt. Die Pflege verlangt nicht mehr Aufwand wie bei den anderen Kunststoffliegern.
Die Flächen sind aus einem Leichtschaum aufgebaut. Zwei Kohlefaserstränge bilden den Holm. Die Oberfläche der Tragflächen bestehen aus Sperrholz 12/10.
Der Rumpf besteht aus einer dünnen, geformten Holzoberfläche, mit einer Struktur aus Holz/Kohlefaser/Epoxy.